Günstigere Preise - schlechtere Qualität?

Filippo Berio, bei Coop erhältlich, gilt als eine der am meisten verkauften Olivenölmarken der Schweiz (Bild: evoo ag)
Filippo Berio, bei Coop erhältlich, gilt als eine der am meisten verkauften Olivenölmarken der Schweiz (Bild: evoo ag)

Man kann Nestlé mögen oder nicht mögen. Fakt ist, dass der grösste Nahrungsmittelverarbeiter und -vermarkter der Welt mit seiner Geschäftspolitik schon viele Konsumenten vor den Kopf gestossen hat. Nestlé ist - wie jedes andere börsennotierte Unternehmen auch - in erster Linie seinen Aktionären verpflichtet und muss gute Finanzresultate liefern. Das gelingt beispielsweise, indem der Nahrungsmittelmulti Quellen- und Grundwasserrechte kauft, das Wasser daraus in Petflaschen abfüllt und es teuer verkauft. So soll Nestlé beispielsweise im US-Bundesstaat Michigan für 500'000 Tonnen Schmelz-Wasser gerade mal 200 Dollar bezahlt haben. Der Verkaufserlös des abgefüllten Flaschenwassers soll dabei 100 Millionen Dollar betragen haben.

 

Nestlé erzielte in den letzten sieben Jahren eine durchschnittliche Umsatzrendite von rund 11 %. Für die Mitglieder der 2015 gegründeten Einkaufsallianz AgeCore also höchste Zeit, von Nestlé für die bekannten Produkte wie Thomy Mayonnaise & Co. bessere Einkaufskonditionen zu verlangen. Dies deshalb, weil man seinen Kunden diese bekannten Markenprodukte zu attraktiveren Preisen anbieten möchte.  Mittlerweile mutierte diese Preisverhandlung zur öffentlich ausgetragenen Schlacht zwischen den sich in der Einkaufsallianz AgeCore vereinenden Lebensmitteleinzelhandeslketten um Coop, Edeka & Co. und dem grössten Nahrunsmittelmulti, Nestlé.

 

Nestlé - ganz im Sinne seiner Aktionäre - will wohl keine Einbussen bei der Rendite. So wird der Konzern aus Vevey den Preisdruck AgeCores wohl an seine Zulieferer weitergeben müssen. Was dann passiert, ist so einfach wie dramatisch. Tiefere Einkaufspreise bewirken vor allem zwei Dinge:

  1. Zerstörung der Lebensgrundlagen vieler Rohstofflieferanten (Nestlé wird sich kaum mit weniger Marge zufrieden geben und wird ihrerseits bei den Rohstofflieferanten zu besseren Konditionen einkaufen wollen).
  2. Verschlechterung der Qualität der Produkte, welche der Endkunde im Supermarkt einkauft (die Bauern werden des Preisdrucks wegen, den sie logischerweise an niemanden weitergeben können, weniger für gute Produkte tun).

Beim Olivenöl hat diese aggressive und kurzsichtige Einkaufspolitik der grossen Ladenketten den Olivenölbetrug regelrecht gefördert. Heute werden Konsumenten beim Einkauf von Olivenöl in 98 % der Fälle betrogen. Zeitweise liegt die Preisdifferenz zwischen andalusischem nativem Olivenöl extra und Lampantöl gerade mal bei 20 Euro-Cents / kg. Warum also soll sich ein Olivenbauer noch um gute Oliven bemühen?

 

 

Artikel zum Thema:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/edeka-zwingt-offenbar-nestle-in-die-knie-a-1203277.html

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