Entzündetes Speiseöl beschädigt historisches Hotel in Luzern. Wie hätte man das vermeiden können?

Zu hoch erhitztes Öl setzt Haus in Brand - Fettbrand - entzündetes Speiseöl
Zu hoch erhitztes Öl setzt Haus in Brand (Symbolbild)

Am Mittwoch, 2. Mai 2018, hat in Brand geratenes Speiseöl das historische Hotel Schlüssel in Luzerns Kleinstadt stark verwüstet. Das Hotel soll wegen Instandstellung nun für ein Jahr geschlossen bleiben. Am selben Tag hat mutmasslich entzündetes Speiseöl auch im Mannheimer Vorort Viernheim für einen Hausbrand mit einer verletzten Person gesorgt.

 

Fettbrände, die auf unsachgemässe Maninpulation zurückzuführen sind, kommen häufig vor und führen nicht selten zu schweren Sachbeschädigungen.  

 

 

 

 

Wie kommt es zum Fett- oder Ölbrand in der Küche?

 

Speiseöle sind grundsätzlich brennbare Flüssigkeiten. Ein Öl- oder Fettbrand entsteht, wenn Speiseöle oder -fette über die Zündtemperatur (nicht zu verwechseln mit Brennpunkt) erhitzt werden. Die Zündtemperatur ist jene Temperatur, auf die sich ein Speiseöl oder -fett erhitzen muss, damit es sich in Gegenwart von Sauerstoff ohne jegliche Zündquelle selbst entzündet. Die Zündtemperatur kann demnach als Mass für die Oxidationsempfindlichkeit einer Substanz betrachtet werden. Olivenöl hat eine Zündtemperatur von ungefähr 340° Celsius.

 

 

Wie kann man Fett- oder Ölbrände verhindern?

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass in den Küchen unnötigerweise viel zu oft mit zu hohen Brat- und Frittiertemperaturen gearbeitet wird. Beim Frittieren mit nativem Olivenöl extra reichen gut und gerne 160° C Frittiertemperatur. Ein weiterer, oft gesehener Fehler ist die Reihenfolge der Manipulationsschritte: Viele Köche geben das Speiseöl in die nicht vorgeheizte Pfanne. Die Pfanne und das Speiseöl werden danach zusammen erhitzt. Hier liegt das grosse Risiko, dass sich das Öl nun bei zu langer Wärmeentwicklung (etwas, weil der Koch unterdessen Gemüse rüstet, seine Hände wascht, ans Telefon geht oder zum stillen Örtchen muss) selbst entzündet. Bitte beachten Sie, dass die Oberfläche eines Glaskeramikkochfeldes gut und gerne gegen 450° Celsius heiss werden kann. Deswegen sollten Sie das Öl immer in eine bereits heisse Pfanne geben, dann das Bratgut sofort nachlegen und mit dem Regler die Hitze reduzieren. Durch die korrekte Reihenfolge der Arbeitsschritte kann verhindert werden, dass sich das Speiseöl zu starkt erhitzt und selbst entzündet.

 

 

 

Was tun bei Fett- oder Ölbrand?

Brennt das Öl in Ihrer Küche, dürfen Sie niemals einen Löschversuch mit Wasser unternehmen, da es sonst zu einer Fettexplosion kommen kann. Wasser würde im mehreren hundert Grad heissen, brennenden Öl sofort verdampfen. Durch die blitzschnelle Volumenzunahme aufgrund der Umwandlung von Wasser zu Wasserdampf würde das brennende Öl zusammen mit dem Wasserdampf aus der Pfanne oder der Fritteuse geschleudert, wo das Gemisch eine grössere Oberfläche entfalten, mit noch mehr Sauerstoff in Kontakt kommen und sich in einer Stichflamme entzünden würde.

 

Die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung schreibt dazu:

Hat sich Öl über den Flammpunkt erhitzt, beginnt es in der Nähe der Zündtemperatur sehr stark zu qualmen. Kurz nach Überschreiten der Zündtemperatur, entzündet sich das Öl spontan. Bis zu diesem Punkt wäre das Vorgehen noch einfach. Herdplatte ausschalten, einen Deckel auf Topf oder Pfanne setzen, und der allfällige Brand erstickt in Kürze. Nur das Kochgeschirr wäre beschädigt. Im Idealfall haben Sie den passenden Deckel oder eine Löschdecke bereit liegen. Sicher und erfolgreich gelöscht werden können solche Brände mit speziellen Fettbrandlöschern. Bei den in diesen Löschern enthaltenen Löschmitteln wird durch Verseifung die brennende Flüssigkeit gelöscht und eine Sperrschicht über dem Öl oder Fett gebildet, hierdurch wird die Aufnahme von Sauerstoff unterbunden, zugleich kühlt das Löschmittel die brennende Flüssigkeit unter die Zündtemperatur herunter und verhindert somit ein erneutes Aufflammen des Brandes. Dabei gilt immer der Grundsatz: Alarmieren – Retten – Löschen

  1. Alarmieren der Feuerwehr über Notruf 112 / 118.
  2. Machen sie Mitbewohner / Nachbar auf das Ereignis aufmerksam und veranlassen sie zum Verlassen des Gebäudes.
  3. Erst jetzt sollten Löschversuche unternommen werden.

 

Früher wurden Brände von Speisefetten / -ölen der Brandklasse B zugeordnet, jedoch werden sie wegen ihrer besonderen Gefahren und Eigenheiten seit Januar 2005 in der neuen, eigens geschaffenen Brandklasse F geführt. Die Brandklasse F betrifft Brände von Speiseölen/-fetten (pflanzliche oder tierische Öle und Fette) in Frittier- und Fettbackgeräten und anderen Kücheneinrichtungen. Eigens für die Bekämpfung von brennendem Frittieröl, Speisefett oder Speiseöl entwickelt und für diesen Verwendungszweck geprüft, sind diese Feuerlöscher der Brandklasse F besonders geeignet für den Einsatz in Wohnbereichen, Hotel-, Gaststätten- und Grossküchen, Fleischereien, FastFood-Betrieben, Kantinen, Bäckereien und Imbissständen.

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